Chameneis Sohn bei Trauerfeier in Teheran abwesend

In Iran setzen sich die Trauerfeiern für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei fort. Währenddessen bleibt sein Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei weiterhin in der Öffentlichkeit nicht sichtbar, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand nährt. Am zweiten Tag der öffentlichen Trauerbekundungen für den verstorbenen obersten Führer Ali Chamenei leitete Großajatollah Dschafar Sobhani das Totengebet in Teheran. Das Staatsfernsehen übertrug Bilder, die drei Söhne Chameneis – Mustafa, Meisam und Massud – am Sarg ihres Vaters zeigten. Auch Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf waren anwesend. Auffällig war das Fehlen von Modschtaba Chamenei, der als sein Nachfolger gilt.

Modschtaba Chamenei hatte am 28. Februar, während des Angriffs zu Beginn des Krieges, bei dem sein Vater und andere Familienmitglieder ums Leben kamen, schwere Verletzungen erlitten. Berichten zufolge soll sein Gesicht entstellt sein und er habe erhebliche Verletzungen an einem oder beiden Beinen erlitten. Laut iranischen Medien ist nicht vorgesehen, dass der 56-Jährige das Gebet während der Trauerfeier für seinen Vater leitet. Diese Aufgabe wird voraussichtlich von den einflussreichen Ajatollahs Makarem Schirasi (99) und Nuri Hamedani (101) übernommen, nachdem der 97-jährige Sobhani die Zeremonie eröffnet hat. Insgesamt ist eine Trauerzeit von einer Woche für den getöteten Ajatollah angesetzt.

Die sterblichen Überreste von Ali Chamenei sollen auch zu schiitischen Heiligtümern im benachbarten Irak gebracht werden, bevor er in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt wird.

Nach dem Angriff auf Chameneis Amtssitz in Teheran Ende Februar führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen lang Krieg gegen den Iran, bis Anfang April eine Waffenruhe zwischen Vertretern beider Seiten vereinbart wurde. Die iranische Führung erhofft sich von einer Vereinbarung mit Washington erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Axios wurden die Friedensgespräche, die auf das vorläufige Abkommen folgen sollten, aufgrund der Trauerfeierlichkeiten für eine Woche ausgesetzt, wie US-Präsident Donald Trump erklärte.

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